Flöhe
Flöhe sind eine echte Plage, darüber sind wir uns wohl alle einig. Ein einziges Flohweibchen legt im Laufe seines kurzen (3 Wochen) Lebens über 2000 Eier, die sich in verpupptem Zustand monatelang im Teppich oder in Ritzen aufhalten können. Findet man einen einzigen Floh, heißt es, schnell handeln, dass keine Plage daraus entstehen kann. Dazu sollte man wissen, dass der höchste Prozentsatz der Flöhe nicht auf dem Hund, sondern in der Umgebund versteckt ist (Deckchen, Körbchen , Teppich, etc.).
D.h. im Klartext zuerst einmal die Umgebung säubern
Flohmittel:
Viele handelsübliche Flohmittel, ob vom Tierarzt oder aus dem Heimtiergeschäft, enthalten Inhaltsstoffe, die sicherlich Flöhe und andere Parasiten abtöten, allerdings auch für Mensch und Tier nicht ganz ungefährlich sind:
Pyrethrum: sogenanntes Chrysanthemengift (vgl. Lindan), Insektengift, das Nervenreizleitungen stört und die Flöhe nach Lähmungen und Krämpfen tötet. Eigentlich wird der Stoff recht schnell abgebaut, aber alleine schon der Sprühnebel kann Kopfschmerzen und Brechreiz verursachen. Im Blut wirkt es hochgiftig. Um die Wirksamkeit zu unterstützen werden meist von den Herstellern noch andere Mittel miteingemischt, die auch beim Hund zu Langzeitschäden, die oft garnicht auf die Gabe von diesen Parasitenkillern zurückgeführt werden, führen können.
Piperonylbutoxid: eine der Substanzen, die oben genannten Entgiftungsprozeß des Pyrethrums verlangsamen und länger im Organismus halten.
Pyrethroide (z.B. Tetramethrin, Permethrin, Sumithrin oder Bioallethrin): synthetische Nachbauten des Pyrethrums, allerdings viel giftiger und langlebiger.
Carbamate (wie Propoxur und 2-Isopropoxiphenylmethylcarbamat): lähmen die Nervenreizleitung, und wenn ausreichend grosse Mengen aufgenommen werden, passiert das auch bei Hund und Mensch. Die dadurch ausgelöste Dauererregung der Muskeln kann zu Krämpfen und Erschöpfungszuständen führen.
Phosphorsäureester (wie Tetrachlorvinphos, Chlorphyriphos, Dimpylat oder Fenthion) wirken ähnlich wie Carbamate und haben auf Säuger ähnliche Nebenwirkungen.
Methopren (Insektenhormon): verhindert die Larvenentwicklung und Verpuppung der Flöhe. Das einzelne Mittel ist noch das ungiftigste unter den giftigen, jedoch kommt es meist in Verbindung mit Carbamaten oder Pyrethroiden vor um lebende, erwachsene Flöhe zu töten.
Pyriproxifen ist wie Methopren ein Insektenwachstumshemmer.
Imidaclorprid: (enthalten z.B. in Advantage von Bayer): Das Wirkungsprinzip ist mit den Pyrethroiden vergleichbar.
Fipronil (enthalten in den Frontline-Präparaten der Firma Merial): ist ein Kontaktgift und steht im Verdacht, Krebs zu erregen!!!
Lufenuron (entweder oral oder gespritzt): gelangt über das aufgesaugte Blut in die Flöhe und verhindert, dass lebensfähige Eier abgesetzt werden können. Wenig bekannte Schadenswirkung.
Selamectin: (enthalten in den Stronghold-Tropfen der Firma Pfizer): Das Wirkungsprinzip ist das gleiche wie bei den Carbamaten.
Neemextrakt (hergestellt aus Teilen des Neem-Baums) wird in Indien schon seit Jahrhunderten zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen eingesetzt. Für Menschen ungiftig.
PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: nicht nur in einigen Verpackungen, sondern auch in einer ganzen Reihe von Flohhalsbändern zu finden. Weich-PVC enthält gesundheitsschädliche Weichmacher, durchweg umweltbelastend bei Herstellung und Entsorgung, meist pyrethroidhaltige Substanzen als Wirkstoff (Puder etc.)
Ätherische Öle/Pflanzenextrakt: der Geruch von ätherischen Ölen soll Flöhe vertreiben. Nur die Firma Canina Pharma konnte die Wirkung für das Petvital-Bio-Insect Shocker Spray belegen.
Fazit:
Wieder einmal muß ich erwähnen, dass diese Zeilen meine eigene Meinung wiederspiegeln. Die oben genannten Ergebnisse sind einem Ökotest entnommen. Leider sind die meisten Mittel in meinen Augen absolut inakzeptabel sowohl für die Hunde als auch besonders für ihre Menschen.
Zwar stehen Mittel wie Frontline, die auf Wirksamkeit unbestritten positiv getestet wurden, Advantage, ExSpot u.a. sogar bei Tierärzten hoch im Kurs und wer schnell die chemische Keule anwenden will, eben ohne Rücksicht auf Verluste, der wird damit den gewünschten Erfolg verbuchen; jedoch sollten wir uns die Inhaltsstoffe der angepriesenen Mittel genau ansehen und dann entscheiden, ob wir solche Mittel verwenden möchten. Für den Verzicht müssen natürlich Alternativen geboten werden, allerdings gibt es die meiner Meinung nach in einigen Fällen: so urteilte der Ökotest über Petvital Bio-Insect Shocker und Gimborn Neem Ungeziefer-Spray Plus ( 4,00 und 7,25 Euro pro 100 Milliliter) durchaus "sehr gut", ohne dass Mensch und Hund Angst vor kanzerogenen Substanzen haben müssen.
CAVE: Hände weg von billigen Flohhalsbändern - erstmal enthalten sie meist einen der oben genannten Schadstoffe, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Stoffe mit der eigenen Haut in Berührung kommen, sehr groß, da sich die meist puderartigen Wirkstoffe auch im Halsbereich verteilen und beim Streicheln nimmt man eben jene Schadstoffe selber auf!
Die von vielen Tierärzten (vielleicht aus mangelnder Information) als harmlos eingestuften Mittel wie Frontline und Advantage enthalten hochschädliche Substanzen, die ich zumindest auf meine eigenen Hunde niemals sprühen würde! Allerdings ist das wiederum meine eigene Einstellung und es steht natürlich jedem ein eigenes Urteil zu!
Präventivmaßnahmen:
Hände weg von Teebaumöl - für Hunde unangenehm und für Katzen hochgiftig!
das Fell bei Indikation absuchen (eventuell mit Flohkamm durchkämmen).
die meisten Flöhe befinden sich im Umfeld und nicht auf dem Hund, d.h. Decken, Körbchen, Teppiche etc. absaugen, kochen etc., regelmässig säubern;
Staubsaugerbeutel immer in Plastiktüten verpackt wegwerfen!
Für Interessierte an Links über chemische Wirkstoffe in Antiparasitenmittel:
Wirkstoff Fipronil:
http://www.vetpharm.unizh.ch/WIR/00012006/8373__F.htm
Pyrazolone:
http://www.vetpharm.unizh.ch/wir/00000005/0339__F.htm oder http://enius.de/presse/873.html
Wirkstoff Selamectin:
http://www.vetpharm.unizh.ch/wir/00022011/9175__F.htm
Doramectin:
http://www.vetpharm.unizh.ch/WIR/00011770/4253_03.htm
Streptomyces avermitilis - Antibiotikaproduzierendes Bakterium (industriell genutzt) http://de.wikipedia.org/wiki/Antibiotika
http://www.emea.eu.int/vetdocs/PDFs/EPAR/stronghold/V-050-PI-DE.pdf
Wirkstoff Permethrin:
http://www.vetpharm.unizh.ch/WIR/00005264/5531__F.htm
Permethrin: (-> Pyrethroide)
http://enius.de/schadstoffe/pyrethroide.html oder http://www.schadstoffberatung.de/pyrethro.htm oder http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/chem/stoff/pyrethroid_1993.htm oder
http://enius.de/schadstoffe/permethrin.html
Wirkstoff „Deltamethrin“
http://www.vetpharm.unizh.ch/WIR/00005291/8635__F.htm
http://www.schadstoffberatung.de/pyrethro.htm
http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/chem/stoff/pyrethroid_1993.htm

