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Gifte

Bedenkt man die Tatsache, dass Hunde einen ganz anderen Stoffwechsel als Menschen haben, wird einem klar, dass Stoffe, Pflanzen, Medikamente, einfach Putz- oder Waschmittel, Dinge des täglichen Gebrauchs, sogar Nahrungsmittel die für uns Menschen ungefährlich sind, für den Hund schädlich, sogar lebensbedrohlich sein können.
Beobachtet man eine Giftaufnahme beim Hund, hilft nur der schnell Gang zum Tierarzt, der eine Magenspülung vornimmt oder ein Gegenmittel gibt.

Inhalt:
1. Häufigste Vergiftungsursachen: Pflanzengifte
2. Zier- und Gartenpflanzen
3. Haushaltsgifte
4. Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel)
5. Schneckenbekämpfungsmittel
6. Lebensmittel
7. Woran man selten denkt
8. Weitere Giftstoffe
9. Giftdatenbanken
10. Kurze Einführung in die Toxikologie der Veterinärmedizin
11. Artikel: "Formaldehyd - Schleichendes Gift"

1. Häufigste Vergiftungsursachen: Pflanzengifte:
Glykosiden, Saponine und Alkaloiden - sicherlich sind sich die wenigsten Menschen der Stärke und Giftigkeit der meisten Pflanzen bewusst. Schön anzusehen stehen sie bei uns in Gärten, auf Fensterbänken und auf dem Bürotisch. Aber kennt jemand auch die Inhaltsstoffe und den Gefährlichkeitsgrad in Bezug auf sein vielleicht exploratives Haustier, das gerne einmal in einer stillen Stunde einen Ficus Benjamini zerstört, achtet jeder Hundebesitzer darauf, aus welchem Holz sein Stöckchen besteht, das er seinem Wauzi wirft?
Das wohl bekannteste Glykosid ist Digitalis aus dem Fingerhut, mit dem man wunderbar Herzkrankheiten behandeln kann. Maiglöckchen und Holunder gehören ebenso zu dieser Gruppe. Und eben jener Holunder wäre als Stöckchen für Wauzi hochgiftig.
Alkaloide finden sich in den beliebten Lilien, in Narzissen, Maiglöcken und alleine die Zwiebeln wären schon in der Lage, einen Hund zu töten.
Saponine kommen in vielen Palmenarten vor und wirken auf das zentrale Nervensystem und die Schleimhäute. Kleine Stückchen von einer solchen Pflanze abgeknabbert ist je nach Gewicht und Zustand eines Hundes meist tödlich.
Leider sind die meisten Gifte im Bezug auf Haustiere viel zu wenig erforscht, als dass es ein Gegenmittel dafür gäbe, also cave! Giftige Pflanzen weg aus Welpenreichweite, natürlich auch aus der Reichweite knabberlustiger erwachsener Hunde.
Grundsätzlich wird von manchen Tierärzten angeraten in keinem Fall Milch oder Rizinusöl zu verabreichen, da diese Stoffe die Vergiftungserscheinungen sogar noch verstärken würden.
Kohletabletten binden die Gifte und erhöhte Wasserzufuhr käme einer Magenspülung am nächsten als Sofortmaßnahme bevor man den Tierarzt erreicht (der in der Regel bei den meisten Vergiftungen wegen der geringen Erforschung des Gebietes und einem Mangel an Gegengiften nicht viel tun kann, also aufpassen!).

2. Zier- und Gartenpflanzen:
Begonie: Die Begonie ist für den Hund bedingt giftig - die ganze Pflanze im Allgemeinen und besonders die Wurzeln mit dem höchsten Giftgehalt können Erbrechen bis hin zu blutigem Durchfall hervorrufen.
Berglorbeer: Zwar eine schöne Gartenzierpflanze, aber die Blätter sind für den Hund giftig und können Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Kolik, Appetitlosigkeit, Schwäche, Muskelzuckungen, Koordinations- und Gleichgewichtsverlust hervorrufen.
Blauer Eisenhut: Sowohl Wild- als auch Gartenzierpflanze, wobei hier die ganze Pflanze giftig ist und Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Kolik, übermässige Harnausscheidung, Herzrhythmusstörungen, Unterkühlung hervorrufen kann.
Efeu: Sehr beliebte aber hochgiftige Wild-, Gartenzier- und sogar Zimmerpflanze, deren Blätter, Stengel und insbesondere der Pflanzensaft Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Krämpfe, Lähmungen, Erregung hervorrufen.
Engelstrompete, Trompetenbaum: Sehr stark giftige Gartenpflanze. Ganze Pflanze ist für Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Pferde giftig. Symptome: Erbrechen, Durchfall, Erweiterung der Augenpupille, Herzrhythmusstörungen, trockene Schleimhaut, Erregung, Depression, Schluckbeschwerden.
Robinie, Weisse Robinie: Stark giftige Garten- und Wildpflanze, Zier- und Forstbaum. Giftig für Hunde sind Rinde und Äste die Kolik, Darmprobleme, Müdigkeit, erschwerte Atmung, Gleichgewichtsstörungen, Erweiterung der Augenpupille, Nierenentzündung etc. hervorrufen können.
Hyazinthe: Schwach giftige Gartenzierpflanze. Ganze Pflanze kann bei Hunden Erbrechen und Durchfall hervorrufen
Gartentulpe: Giftige Gartenzierpflanze.Die ganze Pflanze kann Erbrechen und Durchfall hervorrufen, bis hin zur Kolik
Gemeine Eibe, Roteibe: Stark giftige Gartenpflanze. Die ganze Pflanze kann von Erbrechen über Durchfall, bis hin zu Herzrasen, Atembeschwerden, motorische Störungen und Pupillenerweiterung führen.
Ginster: Schwach giftige Wild- und Gartenpflanze, die über Erbrechen und Durchfall auch zu Lähmungen und motorischen Störungen führen kann.
Blauregen: Giftige Gartenpflanze. Ganze Pflanze, besonders die Hülsen der Samen können Erbrechen, Durchfall, Kreislaufstörungen, Erweiterung der Augenpupille hervorrufen.
Goldregen: Zierstrauch - ganze Pflanze ist giftig für den Hund mit Begleiterscheinungen wie niedrigem Blutdruck, Schweissausbrüchen, Koma, Krämpfen und oft auch motorischen Störungen.
Herbstzeitlose: Hochgiftige Gartenpflanze die Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Kreislaufstörungen, Torkeln, Lähmungen, Apathie hervorrufen kann.
Buchsbaum: Stark giftige Garten- oder Wildpflanze die bei Verzehr einiger Blättchen zu Durchfall, Krämpfen, Lähmungen und bis hin zum Tod durch Atemlähmung führen kann.
Lebensbaum: Giftige Gartenpflanze die Magen- und Darmentzündung, Krämpfe, gestörte Harnausscheidung, Leber- und Nierenschädigung hervorrufen kann.
Maiglöckchen: Wild- und Gartenpflanze die Erbrechen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, niedrige Herzfrequenz, Krämpfe, erschwertes Atmen, Schlaflosigkeit hervorrufen kann.
Oleander: Gartenpflanze die Erbrechen, Kolik, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, schnelle Atmung, kalte Extremitäten, Erweiterung der Augenpupille hervorrufen kann.
Schwarzer Holunder: Auch vorsicht mit dem Holz - schon Stöckchenwerfen kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen! Symptome sind Erbrechen, Durchfall, erhöhte Herzfrequenz, Koordinationsstörungen, Krämpfe, erschwertes Atmen
Lupine (weiß, blau oder gelb): Samen und Blätter können Erbrechen, Inkoordination, Krämpfe, Zittern, erschwertes Atmen, Unruhe, Depression, Koma, bleiches Aussehen hervorrufen.
Kirschlorbeer: Garten- und Zierpflanze die (vor allem Blätter und Samen) Speicheln, erschwertes Atmen, Taumeln, Festliegen, Krämpfe, Lähmung, Blut und Schleimhäute hellrot hervorrufen kann.

3. Haushaltsgifte:
Kochsalz: Zu stark gewürzte Speisen oder ein allgemeines Kochsalzüberangebot können Durst, gestörte Bewegungsabläufe, Erbrechen, Durchfall, Kolik, Muskelzuckungen und Krämpfe zur Folge haben.
Vitamin D: Ein Überangebot von Vitamin D im Futter ist für den Hund zwar nur schwach giftig, über längere Zeiträume können allerdings Durst, Lethargie, Appetitlosigkeit und übermässige Harnausscheidung auftreten
Amitraz: Vorkommend in Shampoos und Parasitenhalsbändern; bewirkt bei manchen Hunden Fieber, Antriebslosigkeit, Speicheln, Erbrechen, übermässige Harnausscheidung und langsame Herzfrequenz
Pyrethroide: Eigentlich ein Insektenvertilgungsmittel, häufig vorkommend in Parasitenmitteln gegen Flöhe und Zecken; giftig für Hunde (besonders für das zentrale Nervensystem - beim Menschen krebserregend (!!), früher Lindan (heute in Hundesprays verboten) - siehe dazu www.oekotest.de - Aufschlüsselung der Giftstoffe in den Schädlingsbekämpfungsmitteln (Artikel Flohzirkus)
Crimidin: In Giften gegen Feldmäuse; hochgiftig mit Vergiftungserscheinungen wie Speicheln, Orientierungslosigkeit, Krämpfen einhergehend mit motorischen Störungen.
Strychnin: Enthalten in Kleinsäuger- und Vogelgiften; Hund kann nach wenigen Minuten an Atemlähmung sterben!
Cumarin: Rattengift; hochgiftig, bewirkt Blutungen (meist aus allen Körperöffnungen da die Blutgerinnung nicht mehr funktioniert), erschwerte Atmung, Organschädigungen, je nach Dosierung Erblindung oder Tod.
Phosphide: Ratten- und Mäusegift; hochgiftig, bewirkt eschwerte Atmung, Erbrechen, stark erhöhte Herzfrequenz, Krämpfe
Thallium: Rattengift; kaum noch verwendet aber hochgiftig mit schwerer Atmung, Haarausfall, Speicheln bis hin zur Atemlähmung
Bromethalin: Rattengift; gestörte Bewegungsabläufe, Erbrechen, Muskelzuckungen, Krämpfe, Lähmungen, allergische Reaktionen.

4. Fungizide (Pilzbekämpfungsmittel)
Quecksilber: Enthalten in Saatgutbeizmitteln; führt zu gestörten Bewegungsabläufen, Muskelzuckungen, Krämpfen, Lähmungen, allergische Reaktionen, akutem Nierenversagen
Organozinn: Fungizid; Symptomatik: Rückenmark- und Gehirnwasseransammlungen (-ödeme)

5. Schneckenbekämpfungsmittel
Metaldehyd: Führt zu Krämpfen, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Orientierungslosigkeit
Methiocarb: führt nach kurzer Zeit zur Unruhe, Erbrechen, Krämpfen, erschwerter Atmung, stark verringerter Herzfrequenz

6. Lebensmittel:
Zwiebeln: Egal in welcher Form bewirkt eine Zwiebel starke Vergiftungserscheinungen über die komplette Zerstörung der roten Blutkörperchen (Hämolyse), mit folgender Anämie, Anorexie bis hin zum Tod
Avocado: Egal in welcher Form bewirkt eine Avocado eine akute Schädigung des Herzmuskels, einhergehend mit starkem Husten, Wasseranlagerung meist bis hin zum Tod da keine Heilungsmethode oder Gegengift existiert!
Kakao und Schokolade: Was uns unheimlich lecker vorkommt, ist für den Hund wahres Gift, da das für uns unschädliche Theobromin beim Hund zu tödlichen Folgen führt (Theobromin: Alkaloid, das zu Herzversagen führt)
Nikotin: Meist Welpen sind von dieser Vergiftung betroffen, da sie gerne achtlos weggeworfene Zigarettenfilter zerkauen/schlucken. Die Symptome dieser Vergiftung sind Muskelzittern, Speicheln, Erbrechen, Krämpfe, spätere Hirnlähmung und motorischen Störungen.

7. Woran man selten denkt:
Autoentfroster: Enthalten Ethylenglykol; dieses wirkt wahnsinnig anregend auf Hunde (riecht und schmeckt süsslich) - hochgiftig auch in geringster Dosierung mit Koordinationsproblemen, Bewusstlosigkeit und nach wenigen Tagen akutes Nierenversagen bis hin zum Tod!
Blausäure und deren Salze: Hochgiftige Algen und Abwässer, bei geringer Aufnahme Krämpfe, Atemnot, hellrosa Schleimhäute, bei hoher Dosierung Tod innerhalb weniger Minuten/Sekunden
Unkrautvertilger: Ob mit Dinitrophenolen, Chloratsalzen, Phenoxy-Carbonsäure oder mit Dipyridinium sind alle diese Stoffe giftig, reizen die Schleimhäute, die Atmung verschnellert sich, meist verfärben sich Schleimhäute und Körperöffnungen, die Hunde sind müde, haben erhöhten Durst und können nach kurzer Zeit ersticken

8. Weitere Giftstoffe:
Arsen, Blei, Cadmium, Eisen und Zink: (besonders wenn enthalten in humanmedizinischen Medikamenten) in gewissen Dosierungen hochgiftig mit Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfen bis hin zu Blutungen, Koma etc.

9. Giftdatenbanken:
www.clinitox.ch
www.giftpflanzen.ch
www.vetpharm.unizh.ch/peridocs/toxsyqry.htm
www.zuerchertierschutz.ch/de/tierhaltung/vergiftungen/start.html

10. Kurze Einführung in die Toxikologie der Veterinärmedizin
( Quelle Lehrbuch der Pharmakologie & Toxikologie für die Veterinärmedizin )

Bereits im Jahre 1538 stellte Theophrastus Bombastus von Hohenheim – uns besser bekannt unter dem Namen „Paracelsus“, folgende These auf:

„Alle Dinge sind Gift und nichts ( ist ) ohne Gift
allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist"

Im Grunde sagt dieser Satz aus, dass alle Stoffe in einer gewissen Art und Weise toxisch sind und erst nach Überschreitung einer gewissen Schwellenkonzentration eine toxische Wirkung einsetzt. Hier kommen nach wie vor die besten Beispiele aus der klassischen Homöopathie, wonach viele Mittel wie z.b. Lachesis, Nux Vomica um nur einige zu nennen in ihrer Urkonzentration zwar hoch toxisch sind aber durch immer wieder eingeleiteten Verdünnungsverfahren genau für diese Zwecke – sprich Vergiftungen – in der Homöopathie wirksam eingesetzt werden.
In der modernen Toxikologie liegt dieser Grenzbereich der toxischen Eigenschaft - im humanmedizinischen Sprachgebrauch auch „No-Obsered-Adverse-Effect-Level" oder kurz NOAEL genannt – in einem Bereich der maximalen Arbeitsplatzkonzentration d.h. die in einem Organismus auch bei wiederholter und langfristiger Einwirkung zu keiner Schädigung bzw. Gesundheitsbeeinträchtigung führt. Dieser NOAEL Wert dient in der Human- sowie Veterinärmedizin als „Richtwert“ um Giftprozesse im Körper zu erkennen.
Laut H.Nägeli und F.R. Althaus gibt es in unseren heutigen Praxen ca. 50.000 relevante Gifte zu denen auch ca. 5.000 Arzneistoffe gehören.
In der Medizin unterscheidet man 2 Arten der Toxikologie:
1) Arzneimitteltoxikologie, die sich mit der Sicherheitsprüfung von neue Präparaten beschäftigt
2) klinische Toxikologie, die sich mit der Behandlung von akuten und chronischen Vergiftung beschäftigt
Ein großes Manko ist leider dennoch, dass Vergiftungen bis heute nicht meldepflichtig sind und somit nur wage Zahlen bzgl. Tiervergiftungen ans Licht kommen. Laut Nägeli und Althaus werden ca. 90 % aller Vergiftung am Tier auf menschliches Versagen und lapidaren Umgang zurückgeführt.
Die amerikanische Autorin Rachel L. Carson wies bereits in ihrem 1962 veröffentlichen Buch „ Silent Spring“ auf die in Zukunft aufkommende Problematik in Bezug auf Chemieeinsatz in Industrie und Landwirtschaft, hin. Nutztiere die tagtäglich der Gefahr ausgesetzt sind aber auch Rückstände toxischer Stoffe in Obst und Gemüse stellt hier eine besonders große Gefahr dar. Schaut man sich z.b. die Angaben bezüglich Nitrat und Nitrat in den unterschiedlichen Anbaumöglichkeiten an, so weiß man, was gemeint ist.
Viele „alltägliche“ Gifte sind in ihrer toxischen Wirkung eher schwach bis mittel, erst in zweiter Linie „hoch giftig“ . Auch Bakterien sind Toxine - wenn auch natürlichen Ursprungs - aber trotz allem toxisch, die aber mit der Zeit Strategien entwickelt haben, die Zellfunktionen im Organismus auszuschalten.
Tritt eine Giftwirkung im Körper ein, so kann ein Zelltod auf zwei unterschiedlichen Weisen erfolgen.
Die erste Möglichkeit ist der nekrotische Zelltod der mit einer Zellschwellung, Bläschenbildung, Mitochondrienlysis, Kernlysis und DNA – Lysis hervorgeht. Hierbei platzen die Zellen und schütten ihren Inhalt ins Gewebe, was zu einer schweren lokalen Entzündungsreaktion mit Nekrosenherd führt. Im zweiten Fall – dem apoptotischen Zelltod – kann man gerade das Gegenteil des nekrotischen Zelltod beobachten. Auch kommt es in diesem Fall zu keiner Entzündungsreaktion. In keiner Phase der Apoptose wird Zellinhalt – wie das im ersten Fall ist – ins Gewebe geschüttet. Funktioniert allerdings die natürliche Zellentsorgung nicht wie vorhergesehen, kann dies zur neoplatischen Transformation einzelnen Zellen führen, aus denen sich nicht selten ein maligner Tumor entwickeln kann.
Der Zeitfaktor bei Vergiftung spielt also ein entscheidende Rolle und daher ist es äußerst wichtig, schnell aber dennoch sorgfältig dagegen anzugehen. Toxine, die direkt wirken (u.a. Köder) müssen sofort vom Tierarzt behandelt werden. Nur explizite Angaben über Gift, Aufnahmeweg, Zeitpunkt, Menge, und evtl. das Präparat seitens des Hundehaltern können hier schnelle Hilfe bringen und Leben retten. Zur toxikologischen Untersuchung benötigt der Tierarzt Erbrochenes, erste Magenflüssigkeit, Blut und Harn. Ist die Möglichkeit gegeben, Proben des verdächtigen Materials, Verpackung (Tabletten) usw. mit in die Praxis zu bringen, so erleichtert dies weiterhin eine schnelle Anamnese.
Die häufigsten Tiervergiftungen entstehen durch:
Insektizide (z.b. Frontline, Ex-spot, Lindan Gerade Insekticide die viele von uns – wenn auch nach diesem Bericht nicht mehr – jahrelang schön brav angewendet haben, töten nicht nur die Zielspezies (Flöhe, Milben) sondern schädigen in erster Linie auf lange Zeit das Nervensystem unserer Vierbeiner. Insekticide sind reine Nervengifte!)

Amitraz in Halsbänder, Shampoo bereits 1 Stunde nach Amitrazaufnahme erste Vergiftungserscheinungen mit Lethargie, Blutdruckabfall, Hypothermie, Erbrechen um nur einige zu nennen, auf.
Rodentizide (z.b. Crimidin, ein Krampfgift und allgemeine Vernichtungsmittel schädlicher Nagetiere ) Bromethalin ( wird gegen Ratten und Mäuse)
Phosphide (wird zur Tötung von Mäusen und Ratten im Boden versteckt)
Scillirosid (giftiger Inhaltsstoff der roten Meerzwiebel)
Strychnin (Schädlingsbekämpfung Brechnuss – Homöopathisch „Nux Vomica“)
Thallium (Schädlingsbekämpfungsmittel)
Thioharnstoffderivate (Einsatz gegen Ratten)
Metaldehyd (Kontakt- und Fraßgift gegen Nacktschnecken)
Methiocarb (wird gegen Schnecken eingesetzt)
Pyrethroide (Extrakt aus Blüten verschiedener Chrysanthemenarten, werden als Mittel gegen Ungeziefer eingesetzt)
a-Chloralose (Köder für Nager und Vögel)
Crimidin
Molluskizide
Herbizide
(Unkrautbekämpfungsmittel)
Chlorate (methaemoglobinbildenen Stoffe)
Dipyridiniumverbindungen (Suizidmittel)
Fungizide (Saatgutbeizmittel, Holzschutz)
Carbamate, Organophosphate (in Pflanzenschutzmittel und veterinärmedizinischen Produkten)
Metalle (Pennystücke)
Organozinn–Verbindungen (Fungicide, werden in Unterwasseranstrichen bei Schiffen, Bojen und Stegen eingesetzt um den Aufwuchs von Algen, Pilzen und Bakterien zu verhindern)
Quecksilber (organisches Quecksilber weißt eine deutliche höhere Toxizität auf u.a. in Impfstoffen!)
Giftplanzen (siehe Liste „Garten-/Zierpflanzen“)
Synthetische Futter- und Futterzusatzmittel (u.a. Vitamin D)
Düngemittel (Nitrit/Nitrat, Phosphate)
Schwermetalle (Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Eisen, Zink)
Cyanverbindungen (Blausäure und deren Salze)
Frostschutzmittel (Ethylenglycol)
Mineralöldestillate (Brennstoff, Heizstoffen, technischen Lösungsmitteln. Wenige Milliliter Leichtbenzin, die in die Lunge aspiriert werden, sind tödlich!)
Polychlorierte Biphenyle (Warmeübertragungs-, Isolations- und Hydraulikflüssigkeit, Schmiermittel, Weichmacher für Farben und Kunststoffe)
Dioxine (entstehen bei Verbrennungsprozessen in der Gegenwart von Chlor)
Gase (Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff)
Phtalate (Weichmacher in Bodenbelägen, Tapeten, Schuhen, Zelten, Spielzeug – verursachen Schäden an Leber und Nieren)
Bromierte Flammschatzmittel (In Isoliermaterialien, elekt. Bauteilen, Textilbeschichtungen – wirken hormonell)
Chlorierte Paraffine (Weichmacher in PVC, Lösungsmittel, Lacke, Klebstoffen – schädigen die Atemwege)
Nonylphenole (Grundstoff für Waschmittel, Reiniger, Kunststoffe, Hilfststoff in der Textil- und Lebererarbeitung – beeinflussen den Hormonhaushalt)
Synthetische Moschusstoffe (Duftmittel in Kosmetika – soll Krebs auslösen)
Dichloranilin (Schädlingsbekämpfungsmittel in der Landwirtschaft Mittel gegen Bakterien in Seifen, Anitfoulmittel in Farben und Dichtungsmaterialien. Ähnelt dem Sexualhormon „Östrogen“ und könnte die Fortpflanzung und das Sexualverhalten beeinflussen)
Cadmium (Batterien – hochgiftiges Schwermetall, ist Krebserregend)
Gifte Tiere (Amphibien, Giftschlangen, Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen)
Harmlose Lebensmittel (z.b. Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch uvm.)

11. Formaldehyd - Schleichendes Gift
Lesen sie den vollständigen Artikel unter: www.umweltfibel.de
Formaldehyd ist ein giftiges, farbloses, stechend riechendes Gas aus der Gruppe der Aldehyde, es ist gut löslich in Wasser und Alkohol.
Es ist immer noch einer der bedeutendsten Innenraumschadstoffe, obwohl die Schädlichkeit schon seit Jahrzehnten bekannt ist, allerdings ist zur Zeit ein abnehmender Trend in der Formaldehydbelastung festzustellen.
Entstehung/Vorkommen:
entsteht bei allen unvollständigen Verbrennungsprozessen (z.B. Autoverkehr, Feuer - v.a. mit z.B. nassem Holz, Zigarettenrauch)

Im Mai 2003 meldeten die Medien: "Formaldehyd, das farblose, stechend riechende Gas, ist immer noch ein Problem. Da es sehr viele Quellen für diesen gesundheitsbelastenden Stoff gibt, kann die Konzentration in der Raumluft leicht bedenkliche Konzentrationen erreichen. Formaldehyd gast zum Beispiel aus Wandfarben, Holzwerkstoffen, Laminaten oder Möbeln aus."
Der "Blaue Engel" mit dem Hinweis "weil emissionsarm" schützt vor hoher Formaldehydbelastung. So darf aus Holzwerkstoffen wie Spanplatten nur die Hälfte des gesetzlich Erlaubten entweichen. Auch das beliebte Laminat, sowie Parkett und Möbel gibt es mit dem "Blauen Engel".